Pagan Pride Day Österreich 2011
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- Geschrieben von Faedora Immergrün
Wiens erster Pagan Pride Day fand am Sonntag den 18. September 2011 im Wiener Burggarten statt. Am Programm standen ein Heilkreis und ein anschließendes gemeinsames Picknick. Veranstaltet wurde dieses Event vom Verein Hagazussa und getragen von den vielen Personen die erschienen sind.
Pagan Pride Day? Was ist denn das?
Weltweit versammeln sich seit einigen Jahren Heiden, Hexen, naturreligiöse Menschen, Magier, Personen aus spirituellen Traditionen, Wiccas, Druiden… um auf spirituelle und religiöse Toleranz aufmerksam zu machen. An Pagan Pride Days werden zwischen August und Oktober öffentliche Paraden und Demonstrationen abgehalten. Dieses Jahr dachte sich der Verein Hagazussa, dass es doch schön wäre auch in Österreich einen Pagan Pride Day zu veranstalten. Da jedoch nicht zu erwarten war, dass in Österreich eine große Parade oder gar eine Demonstration zustande kommt, einigte man sich auf eine gemütliche und stille Art zu zeigen: Ja, es gibt in Österreich Pagans und wir stehen dazu!
Nach diesem Motto trafen wir uns also zum Pagan Pride Day im Burggarten. Schon auf dem Weg durch den Garten hielten wir Ausschau nach Teilnehmern und Teilnehmerinnen, die möglicherweise nach heidnisch aussehenden Menschen suchend umherirrten. Nachdem dann alle beisammen waren konnte die Veranstaltung beginnen. Wir bildeten einen Kreis von etwa dreißig Personen rund um das Logo des Pagan Pride Days, auf dem eine Weltkugel und viele Symbole zu sehen waren und reichten uns die Hände. Es gab sogar Personen, die sich spontan dazu entschieden, mit zu machen. Nach einer kurzen Besinnung, weshalb wir eigentlich dort nun standen, begannen wir mit dem Heilkreis. Wir nahmen Energie von der Erde auf, gaben sie im Kreis weiter und ließen schließlich einiges davon wieder mit Liebe zu Muttererde zurückfließen.
In diesem Kreis zu stehen und zu wissen, dass zeitgleich in Prag ein Pagan Pride Day stattfindet und Wiccas in Brasilien eine Parade veranstalten, war ein unglaublich gutes und stärkendes Gefühl. Sogar heute noch müssen Menschen bewusst für religiöse Toleranz eintreten, weil sie immer noch nicht selbstverständlich geworden ist. Selbst einigen naturreligiösen Menschen ist nicht bewusst, dass Personen im neuheidnischen Kreis aufgrund ihres Glaubens diskriminiert werden. Indem wir uns zusammengefunden haben um gemeinsam einen Pagan Pride Day zu feiern, haben wir diese Thematik wieder ein bisschen mehr ins Bewusstsein der Menschen gebracht.
Passend zu Mabon, ging nach dem Heilkreis ein mit köstlichem Met gefülltes Horn herum und es wurde für die Ernte des Jahres gedankt. Den Abschluss bildete unser gemeinsames Picknick. Mitgebrachte Speisen wurden geteilt und es wurde fröhlich über Götter und die Welt geplaudert. Die Stimmung während des Picknicks und der gesamten Veranstaltung war sehr gut und entspannt. Konkrete Pläne, ob es einen Pagan Pride Day im nächsten Jahr geben wird, wurden zwar noch nicht geschmiedet, fest steht aber, dass viele Personen gerne wieder teilnehmen würden. Das alleine ist meiner Meinung nach schon ein Indiz für eine gelungene Veranstaltung.
Für mich persönlich war dieses Treffen auch deshalb interessant, weil ich viele neue Menschen kennengelernt habe. Meist trifft man im Grunde immer dieselben Personen bei Events wieder, nicht jedoch am Pagan Pride Day. Vertreter und Vertreterinnen aus verschiedenen neuheidnischen Traditionen waren anwesend und es wurde zusammen an religiöser Toleranz gearbeitet. Diese Vielfalt an Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen, die jedoch hinter einem gemeinsamen Ziel stehen, haben mir ein sehr positives und stärkendes Gefühl gegeben an das ich mich gerne zurück erinnern werde.


